Russische Kolonie Alexandrowka
Russische Kolonie Alexandrowka

Nachdem das sächsisch - preußische Heer im Jahre 1812 in der Schlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen wurde, konnte auch der preußische König Friedrich Wilhelm III. nicht umhin, ein Zwangsbündnis mit Frankreich gegen Russland einzugehen. Im Laufe der weiteren Ereignisse kamen circa 1000 russische Soldaten in preußische Kriegsgefangenschaft, von denen dann letztendlich 62 in Potsdam blieben. Der König unterstellte die Männer, die sich zu einem Chor zusammengetan hatten, pro forma dem 1. preußischen Garderegiment. Als sich später Preußen wieder mit Russland gegen Frankreich verbünden konnte, erlaubte der russische Zar Alexander I. den Verbleib dieser Soldaten in Potsdam und entsandte sogar noch sieben weitere Grenadiere ins Preußische. Als Zar Alexander I. im Jahre 1925 starb, waren nur noch zwölf dieser russischen Sänger in Potsdam verblieben. Auf persönliches Geheiß Friedrich Wilhelm III. wurde nun eine kleine Siedlung für diese Männer angelegt, die der damals regierende Preußenkönig im Gedenken an den verstorbenen Zaren "Alexandrowka" nennen ließ.

Die russischen Gäste des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen Die russische Kolonie Alexandrowka in Potsdam wurde 1827 eingeweiht. Die Anwesen besaßen alle einen kleinen Garten, die Häuser waren voll möbliert und jeder Anwohner bekam sogar eine Kuh geschenkt. Die Siedler konnten ihren neuen Besitz an ihre Nachkommen vererben, jedoch nicht veräußern. Auch um das seelische Wohl seiner russischen Gäste war der regierende Preußenkönig besorgt und so entstand ganz in der Nähe die Alexander-Newski-Gedächtniskirche. Ganze 100 Jahre nachdem die russische Kolonie Alexandrowka gegründet wurde, verstarb auch der letzte der russischen Sänger. Die kleine Siedlung blieb im Besitz des Hauses Hohenzollern. In der DDR änderten sich natürlich die Rechts- und Besitzverhältnisse, doch seit der Wiedervereinigung sind die meisten Häuser, aus denen die russische Kolonie Alexandrowka besteht, wieder in Privatbesitz.

Anlage und Bauweise der Kolonie Der Plan für die gesamte Anlage entstand in Anlehnung an einen Entwurf des russisch - italienischen Architekten Carlo Rossi, der auch für die Zarinmutter tätig war. Die Häuser für die russische Kolonie Alexandrowka wurden typisch russischen Blockhäusern nachempfunden, jedoch statt mit Stroh, mit Holz gedeckt. Im 19. Jahrhundert wurden die Dächer dann mit Schiefer neu gedeckt. Insgesamt besteht die russische Kolonie Alexandrowka aus 12 Anwesen mit Garten, einem Haus ohne Garten für den Verwalter und einem Haus neben der Alexander-Newski-Gedächtniskirche. In letzterem Haus befand sich die Wohnung des Aufsehers für die königliche Teestube.

Um die Geschichte und die Ereignisse rund um die russische Kolonie Alexandrowka in Potsdam zu bewahren, wurde im Jahre 2005 im Haus Nummer 2 ein Museum eingerichtet. Hier können sich interessierte Besucher mit den architektonischen und historischen Besonderheiten dieser Siedlung vertraut machen. Die russische Kolonie Alexandrowka ist ein Teil des Weltkulturerbes der Stadt Potsdam.

Alexandrowka Karte

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